26.05.2017

Expeditionskreuzfahrten – ein besonderes Erlebnis auf See & Land

Expedition – das hat für uns den Nimbus von Unbekanntem und Abenteuer an Bord von oft ebenso abenteuerlichen Schiffen. Wahrscheinlich würde Shackleton, Amundsen & Co. bestimmt etwas neidisch auf die heutige Generation der Expeditionskreuzfahrtschiffe blicken, die in Gegenden unterwegs sind, die damals nur unter großen Entbehrungen befahren werden konnten.

Die coolste Form der Kreuzfahrt

Sind es die Ozeangiganten der großen, namhaften Reedereien, die mit tausenden Passagieren an Bord die gängigen Routen der Weltmeere durchpflügen, hat es sich in den letzten Jahren gerade eine Hand voll kleiner, feiner Reedereien zum Ziel gesetzt, uns die noch weniger bekannten und nicht immer so einfach zugänglichen Kalt- aber auch Warmwassergebiete auf besonders komfortable und luxuriöse Weise zugänglich zu machen.

So wurde die einfache Koje der ehemals puristischen russischen Eisbrecher längst durch komfortable Kabinen und elegante Suiten samt Balkonen ersetzt. Und neben dem Kapitän wurde heute der Haubenkoch zu einem der wichtigsten Akteure an Bord. Der Tradition sind nur die Pinguine treu geblieben – sie bevorzugen nach wie vor die südpolare Antarktis und überlassen den Eisbären den Hohen Norden.

Doch nicht allein der erfrischenden Temperaturen in den polaren Regionen wegen zählen Expeditionskreuzfahrten heute zum Aufsteiger im Bereich der Seereisen. Mit einer überschaubaren Schar an Passagieren an Bord hat man sich neuerdings vor allem der Innovation, modernem Design und der Nachhaltigkeit im Umweltbereich verschrieben, bewegen sich die Schiffe doch zumeist auf ökologisch höchst sensiblem Terrain.

Nachstehend ein kurzer Überblick über einige der exklusivsten Expeditions-Reedereien:

Hurtigruten Expeditionen

Keine Kreuzfahrten, sondern Entdeckungsreisen

Die Hurtigruten sind vielen vor allem durch deren täglichen Postschiffdienst entlang der norwegischen Küste bekannt, seit Jahren eines der touristischen Highlights in der Passagier-Seefahrt. Nachdem dieses Fahrtgebiet ausreichend „entdeckt“ war, begann man vor etlichen Jahren, nach neuen Zielen Ausschau zu halten, wobei man schwerpunktmäßig in den polaren Regionen fündig wurde.

In den kommenden beiden Jahren setzt man mit zwei hochmodernen Expeditionsschiffen samt hochqualifiziertem Expeditionsteam und eigenem Forschungszentrum völlig neue Maßstäbe: Futuristisches Design mit den typisch skandinavischen Stilelementen, drei Restaurants, große Aussichtsplattformen, 60 Balkonkabinen und 20% Suiten-Anteil sowie ein umweltfreundlicher Hybridantrieb werden künftig alle Gäste an Bord begeistern.

Bordsprache: Deutsch, Englisch

Die wichtigsten Fahrtgebiete der Hurtigruten-Expeditionsschiffe:

Kühl: Antarktis, Grönland, Island, Spitzbergen, NW-Passage, Ost-Kanada

Warm: Nord- & Südamerika


  • Schiffe
  • MS Nordstjernen
  • MS Midnatsol
  • MS Fram
  • MS Spitzbergen
  • MS Roald Amundsen
  • MS Fridtjoft Nansen
  • Baujahr / Renovierung
  • 1956 / 23013/14
  • 2003
  • 2007
  • 2009 / 2016
  • 2018
  • 2019
  • Tonnage / BRT
  • 2.191
  • 16.150
  • 11.647
  • 7.025
  • 20.889
  • 20.889
  • Passagiere
  • 150
  • 636
  • 276
  • 243
  • 530
  • 530

Ponant

Green Expeditions

Vor etwa 25 Jahren entstand die Idee, besondere Kreuzfahrtschiffe für ganz spezielle Zielgebiete mit speziellem „French Touch“ zu bauen. Mit an Bord: exzellente, französisch inspirierte Küche, diskreter Service, Komfort auf höchstem Niveau und französischer Charme samt gesunder Portion „savoir vivre“. Dem ersten Schiff, der „Le Ponant“, einer Dreimast-Segeljacht mit 32 Kabinen, folgten im Laufe der Jahre vier weitere Kreuzfahrtjachten, die sich vor allem im innenarchitektonischen Bereich durch ganz spezielles Dekor im Jachtstil auszeichnen sollten, dem Passagier stets das Gefühl vermittelnd, auf einer privaten Jacht zu reisen. Den Gästen steht eine eigene Marina am Heck der Schiffe zur Verfügung, um u.a. bequem mit den Zodiacs anlanden zu können.

2018 wird die neue Bauserie mit den beiden etwas kleineren Yachten „Le Champlain“ und „Le Laperouse“ in Dienst gestellt, gefolgt von den beiden baugleichen Schwestern „Le Bougainville“ und „Le Dumont d´Urville“.

Alle vier können mit der Weltneuheit „Blue Eye“ aufwarten, einer mittschiffs gelegenen, multisensorischen Unterwasserlounge mit zwei, Walaugen nachempfundenen, großen Bullaugen, zum richtigen Eintauchen in die Unterwasserwelt. Ein Dynamic Positioning System ersetzt zudem das wenig umweltfreundliche Ankerwerfen.

Bordsprache: Französisch, Englisch; deutsche Lektoren auf gewissen Abfahrten

Die wichtigsten Fahrtgebiete von Ponant:

Kühl: Arktis und Antarktis, Chilenische Fjorde und Patagonien, Alaska, Kamtschatka

Warm: Indonesien, Papua-Neuguinea, Südamerika, Südafrika & Kapverden, Vietnam & Myanmar, Japan, französisch Polynesien, Australien.


  • Schiffe
  • Le Ponant
  • Le Boréal
  • L´Austral
  • Le Solèal
  • Le Lyrial
  • Le Champlain
  • Le Laperouse
  • Le Bougainville
  • Le Dumont d´Urville
  • Baujahr / Renovierung
  • 1989
  • 2008
  • 2011
  • 2013
  • 2015
  • 2018
  • 2018
  • 2019
  • 2019
  • Tonnage / BRT
  • 1.443
  • 10.944
  • 10.944
  • 10.944
  • 10.992
  • Le Champlain
  • Le Laperouse
  • Le Bougainville
  • Le Dumont d´Urville
  • Passagiere
  • 64
  • 265
  • 265
  • 265
  • 244
  • 184
  • 184
  • 184
  • 184

Silversea Expeditions

Nicht einfach Touristen, sondern Reisende

Bekannt als eine der luxuriösesten Reedereien der Welt, wagte sich das italienische Familienunternehmen 2009 auch in die seefahrerische Nische der Expeditionskreuzfahrten. Reich an vielen Jahren Hochseeerfahrung, konnte man all das einbringen, was vor allem anspruchsvolle Individualisten zu begeistern vermag: exquisite, abwechslungsreiche Küche, den italienischen Lebensstil samt entspannter Atmosphäre und vor allem die exklusive Palette an All-Inclusive Leistungen, in denen auch über 900 Destinationen auf 7 Kontinenten, die einzigartige Natur und sämtliche Ausflüge bereits im Kreuzfahrtpreis eingeschlossen sind.

Die Klientel an Bord ist leger, kosmopolitisch und etwas jünger, als auf den klassischen Kreuzfahrten. Besonderer Wert wird auf Nachhaltigkeit gelegt. Neben einer inzwischen auf vier Schiffe angewachsenen Komfort-Flotte kann man sich auch auf ein großes, erfahrenes Expeditionsteam verlassen, die u.a. Themenreisen wie Foto, Tauchen oder spezielle Vogelbeobachtungen zu einem echten Highlight werden lassen.

Die Zusammenarbeit der Reederei mit der Royal Geographical Society stellt fast eine logische Konsequenz daraus dar.

Das Jahr 2017 steht für Silversea Expeditions vor allem auch im Zeichen der Modernisierung. So wird die Silver Explorer samt 22 Suiten komplettrenoviert und die Silver Cloud Expedition in nur drei Monaten einem Totalumbau unterzogen, in deren Rahmen jeweils zwei Veranda Suiten zu einer Silver Suite umgebaut werden. Insgesamt werden 18 Zodiacs zur Verfügung stehen.

Bordsprache: Englisch; mehrsprachige Lektoren – ab 20 deutschsprachigen Gästen auch deutsches Lektorat.

Die wichtigsten Fahrtgebiete von Silversea Expeditions:


Kühl: Antarktis, Arktis mit Grönland, Kamtschatka

Warm: Amerikanische Westküste, Galápagos, Afrika & Indischer Ozean, Australien & Neuseeland, Südpazifik


  • Schiffe
  • Silver Explorer
  • Silver Galapagos
  • Silver Discoverer
  • Silver Cloud Expedition
  • Baujahr / Renovierung
  • 2009/2017
  • 2014
  • 2015
  • 1994 / 2015 / 2017
  • Tonnage / BRT
  • 6.072
  • 2.077
  • 5.200
  • 16.800
  • Passagiere
  • 132
  • 100
  • 120
  • 200* (254)

*für Fahrten in antarktischen Gewässern

Hapag Lloyd Expedition Cruises

Die Welt aus einer neuen Perspektive

Hapag Lloyd Kreuzfahrten steht für absolute Spitzenqualität auf hoher See. Was für die klassischen Kreuzfahrtschiffe MS Europa und MS Europa 2 lä#ngst ein Credo ist, setzt sich auch bei den Expeditionsschiffen fort: Hanseatic und Bremen sind zwar kleine Schiffe, dafür ist man auf „großen Routen“ unterwegs. Mit einer überschaubaren Zahl an Gästen ist man ganz nahe dran an Natur und fremdländischen Kulturen, stets begleitet von einem Hauch Abenteuer. Die Schiffe besitzen – wichtig für die polaren Regionen – die höchste Eisklasse, geringen Tiefgang, sind wendig und verfügen über eine bis hinauf zum Kapitän höchst erfahrene Crew samt Expeditionsleitern, für die viele der Zielgebiete bereits zu ihrem zweiten Zuhause geworden sind.

Doch es wäre nicht Hapag Lloyd, würde man nicht heute schon an das Morgen denken. Weiterentwicklung ist eine der wichtigsten Tugenden der norddeutschen Reederei. Mit den beiden baugleichen Neubauten Hanseatic nature & inspiration, die 2019 ihren Dienst aufnehmen werden, wird man dem Motto „inspired by nature“ mehr als gerecht werden: Hier wird sich die Natur bereits im Innendesign wiederspiegeln oder über die beiden gläsernen, ausfahrbaren Balkone noch näher herangeholt werden. Das Vorschiff, sonst nur der Crew vorbehalten, wird für die Gäste geöffnet und von einer eigenen Marina aus am Heck der Schiffe starten die insgesamt 16 Zodiacs ihre Entdeckungsfahrten. Spezielle Eisdetektoren und Infrarotkameras werden eingesetzt, während man mittels modernster Antriebstechnik im maximalen Treibstoffsparbereich unterwegs ist.

All das wird den Passagieren die Möglichkeit geben, auch Hintergründe bestaunen zu können, wo andere nur Vordergründiges zu sehen bekommen.

Bordsprache: Deutsch

Die wichtigsten Fahrtgebiete von Hapag Lloyd Expedition Cruises:

Kühl: Antarktis, Kanadische Arktis & Nordwestpassage, Spitzbergen & Grönland, Alaska, Kamtschatka, Kurilen & Aleuten

Warm: Europa & Nordafrika, Südostasien & Japan, Mittel- & Südamerika, Südsee/Pazifik, Neuseeland


  • Schiffe
  • MS BREMEN
  • MS HANSEATIC
  • HANSEATIC nature
  • HANSEATIC inspiration
  • Baujahr / Renovierung
  • 1990
  • 1993
  • 2019
  • 2019
  • Tonnage / BRT
  • 6.752
  • 8.378
  • HANSEATIC nature
  • HANSEATIC inspiration
  • Passagiere
  • 155
  • 175
  • 230 (199)
  • 230 (199)

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